BioFLOWLAND: Vom Bergbau zu lebendigen Landschaften: Biodiversität und Wasser¬resilienz über Grenzen hinweg
Das Interreg-Projekt BioFLOWLAND fördert ein integriertes, grenzüberschreitendes hydroökologisches Verständnis von Bergbaufolgelandschaften in der deutsch-polnischen Grenzregion. Zentrales Ziel ist der Aufbau einer gemeinsamen, wissenschaftlich fundierten Wissensbasis zur Unterstützung eines nachhaltigen und koordinierten Wassermanagements während und nach dem Ausstieg aus der Braunkohlenutzung. Das Projekt verbindet hydrologische, hydrogeochemische, ökologische und wasserwirtschaftliche Ansätze, um grenzüberschreitende Wechselwirkungen zwischen bergbaulichen Einflüssen, Wasserqualität, Biodiversität und Landschaftsprozessen zu analysieren. BioFLOWLAND konzentriert sich auf fünf Pilotgebiete von hohem ökologischem und kulturellem Wert, darunter Natura-2000-Gebiete, Feuchtgebiete, der Spreewald und der Branitzer Park in Deutschland sowie das Neißetal, der Landschaftspark Łuk Mużakowa und die Gubińskie Mokradła in Polen.
Ein zentrales Projektziel ist die Harmonisierung von Datensätzen, Methoden und Monitoringstrategien zwischen beiden Ländern, wobei erhebliche Datenlücken auf polnischer Seite durch gezielte Messkampagnen und ein erweitertes Monitoring geschlossen werden. Diese Maßnahmen werden durch die Entwicklung fortschrittlicher, harmonisierter Modellierungswerkzeuge ergänzt, mit denen zukünftige Veränderungen der Wassermenge und -qualität, insbesondere der Sulfatkonzentrationen, prognostiziert werden können. Darüber hinaus analysieren die Modelle Stoffflüsse und bewerten Renaturierungs- und Interventionsmaßnahmen, um praxisnahe Entscheidungshilfen für Behörden und weitere Akteure bereitzustellen. Die Pilotgebiete dienen als Reallabore zur Erprobung der Modelle, zur Validierung von Daten und zum Betrieb neuer Monitoringsysteme unter unterschiedlichen Landschaftsbedingungen.
Parallel dazu stärkt das Projekt die institutionelle Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Behörden, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen durch gemeinsame Feldarbeiten, Workshops und Plattformen für den Wissensaustausch. Insgesamt unterstützt BioFLOWLAND die Transformation ehemaliger Bergbaulandschaften in hydrologisch ausgeglichene und ökologisch stabile Regionen und liefert übertragbare Strategien für ein nachhaltiges Wasser- und Landschaftsmanagement in europäischen Bergbauregionen.
Projektlaufzeit:
01.07.2026 – 30.06.2029
Partner:
- Technische Universität Berlin
- Instytut Meteorologii i Gospodarki Wodnej, Zakład Badań Środowiskowych
- Wydział Inżynierii Środowiska, Politechnika Warszawska
- Fundacja NATURA POLSKA
- Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg